Weinanbaugebiete in Spanien
B a r r i q u e
Französischer Begriff für ein Holzfass mit einem Fassungsvermögen von 225 Litern. Findet weltweit bei der Bereitung von Spitzenweinen oder Weinen, die als solche anerkannt und dementsprechende Preise erzielen sollen, Einsatz. Im Allgemeinen wird der Ausbau in Barrique nur für qualitativ hochwertige Weine angewandt, die für längere Lagerung vorbestimmt sind. Diese Weine müssen über viel Frucht, Tannine und Säure verfügen, um eine lange Reifezeit auf Flaschen nicht nur zu überleben, sondern zugleich an Qualität zu gewinnen. Durch den Ausbau im Fass gibt neues Holz ein Teil seiner Holztannine an den Wein ab, rundet Ecken und Kanten und fügt dem Wein Geschmack und Aromen (Holznoten, Aromen von Rauch, und vor allem Vanille) zu. Diese Wirkung nimmt mit dem Alter des Fasses ab. Das Holz- und Vanillearoma, sowohl in Rot- als auch in Weißweinen, wird heutzutage hochgeschätzt und als Qualitätsmerkmal angesehen. Da die Barriques teuer sind und nur hochwertiges Lesegut Barriqueausbau rechtfertigt, macht sich das im Preis des späteren Weins bemerkbar. Es gibt jedoch Billigalternativen, z.B. die Zugabe von Vanille- und Holzessenzen, oder der Einsatz von so genannten Oak Chips (Holzspäne), die während der Gärung zugesetzt werden und dem Wein das Aroma des Holzes verleihen. Geschmacklich sind diese Weine häufig ihren kostspieligeren Vorbildern unterlegen, da die Vanille- oder Holznote den Wein völlig dominiert. Oft verbessern sich diese Weine durch Flaschenlagerung nicht und sind daher zu raschem Genuss geeignet.
C a b e r n e t S a u v i g n o n
Rote Rebsorte, bekannt durch die Hauptrolle in Bordeauxweinen und ihren vielen Nachahmungen. Cabernet Sauvignon erlebt eine ähnliche Popularität wie Chardonnay. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der Wein den Namen der Rebsorte trägt. Ein weiterer Vorteil dieser Traube: Wo sie auch geplanzt wird, zeigt sie einen Teil ihres Charakters. Cabernet Sauvignon aus wärmeren Weinbaugebieten zeigt sich oft sehr fruchtbetont mit weniger Anteil Tannin. Dadruch sind die Weine früher trinkreif, büßen aber auch an Lagerfähigkeit ein. Vor allem in Kalifornien, Chile und Australien werden solche Weine produziert, die den französischen Vorbildern bezüglich Qualität aber auch Preis kaum nachstehen.
C a v a
Spanischer Schaumwein der im gleichen Verfahren wie Champagner hergestellt wird. Cava ist sowohl der Name der garantierten Herkunftsbezeichnung (in Spanien DO, nach Denominación de Origen, genannt), als auch die gesetzlich festgelegte Methode der Herstellung. Das Hauptproduktionsgebiet der Cava liegt in Katalonien, jedoch darf Cava auch in anderen DO-Gebieten in Spanien produziert werden. Der Wein muss wie Champagner hergestellt werden, sowie neun Monate auf der Flasche gelagert sein, bevor er als Cava in den Handel gebracht werden kann.
C r i a n z a
Spanischer Begriff für “erziehen” oder “pflegen” und bezieht sich auf eine gesetzlich festgelegten Periode von Holzfass- und Flaschenreife, die der Wein durchgemacht haben muss. Ein Crianza-Wein muss mindestens zwei Jahre, davon 6 Monate im Fass, gereift sein, bevor er unter diesem Namen in den Verkehr gebracht werden darf. Sin Crianza heißt wörtlich “ohne Erziehung” und deutet auf Weine, die im Jahr folgend auf die Ernte, mit oder ohne Holzfassreife, freigegeben werden.
G r a n R e s e r v a
Spanische Bezeichnung für Weine, die nur in hervorragenden Jahren vom besten Erntegut hergestellt werden. Dabei muss das Lesegut so gut sein, dass die von ihm produzierten Weine eine längere Reifezeit im Holzfass und in der Flasche überstehen und erst noch an Qualität gewinnen. Rotweine die unter dieser gesetzlich geschützten Bezeichnung auf den Markt kommen, müssen mindestens 2 Jahre im Holzfass und anschließend drei Jahre auf Flaschen, oder umgekehrt, gelagert worden sein. Für Rioja-Weine gelten noch längere Reifeperioden.
M e r l o t
Rote Rebsorte, ursprünglich als Zutat der Bordeauxweine bekannt. Heute mit weltweiter Verbreitung. Die Merlot-Weine sind fruchtig und geschmeidig, deshalb auch konsumentenfreundlich und populär. Merlot treibt früh aus und deshalb auch frostgefährdet. Dafür ist sie früh reifend, oft ein bis zwei Wochen vor Cabernet Sauvignon, was je nach Anbaugebiet ein wichtiger Vorteil sein kann.In den Weinen von St. Émilion und Pomerol spielt sie die Hauptrolle, im Verschnitt mit Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon. Merlot-Wein können jung getrunken werden, es gibt aber auch sehr lange lagerfähige Weine. In der Schweiz aus dem Tessin bekannt (Merlot del Ticino).
T a n n i n
Auch Gerbstoff genannt, spielt vor allem eine Rolle bei Rotweinen. Es handelt sich um eine chemische Verbindung, die in den Stielen, Häuten und Kernen der Weintrauben, aber auch z.B. in Holz und Tee, vorkommt. Im Mund erkennbar durch ein pelziges, adstringierendes Gefühl. Rotweine werden auf der Maische vergoren, wodurch immer ein Maß an Tannin in den Wein gelangt. Im richtigen Verhältnis, verleiht Tannin dem Rotwein Struktur und “Rückgrat”. Außerdem hat Tanin eine konservierende Wirkung, die vor allem bei Weinen, die für längere Lagerung vorgesehen sind, wichtig ist. Vor dem Servieren muß solch ein Wein durch Dekantieren von dieser bitter schmeckenden Ausscheidung getrennt werden. Werden Rotweine für eine gewisse Periode in neuen Holzfässern (Barrique) gelagert, so nimmt der Wein auch einen Teil der Tannine des Holzes auf. Bei der Beurteilung von Rotweinen wird das Maß und die Struktur der Tannine als Qualitätskriterium angewandt. Bei vielen Rotweinen, die für baldiges Trinken vorgesehen sind, wird bei der Kelterung durch technische Eingriffe verhindert, daß zuviele Tannine in den späteren Wein gelangen. Das Maß an Tanninen ist nicht zuletzt rebsorteabhängig, wodurch z.B. ein Wein aus der Cabernet Sauvignon-Rebsorte adstringierender sein kann als aus dem vergleichweise “weicheren” Merlot.
T e m p r a n i l l o
Rote Rebsorte spanischer Herkunft, die dort in verschiedenen Weinen eine wichtige Rolle spielt, am bekanntesten ist sie sicher für ihren Beitrag am Rioja. Rioja ist aber kein reinsortiger Tempranillo-Wein, sondern ein Verschnitt aus Garnacha (Grenache), Mazuelo (Carignan) und Graciano. Tempranillo wird zwar als eine noble Rebsorte angesehen, es ist aber schwierig zu sagen, was ihr Charakter ist: mehr als eine unbestimmte Fruchtigkeit lässt sich nicht feststellen. Vielmehr werden die auf Basis von Tempranillo gekelterten Weine häufig durch andere Rebsorten aromatisch “aufgefüllt” und die anschließende Lagerung in amerikanischen Eichenholz, in dem die meisten spanischen Weine ausgebaut werden, verleiht ihnen zusätzlich eine deutliche Vanillenote. Tempranillo kann aber mehr. Sie ergibt langlebige Weine bei relativ geringem Alkoholgehalt.Nur fehlt es ihr manchmal an genügend Säure, ein wichtiges “Konservierungsmittel” bei langen Lagerperioden, weshalb oft andere Rebsorten herangezogen werden. Man trifft sie auch in Portugal und Argentinien an.

